Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 9

 

Beim Stipendiatentreffen gestern waren wir in drei Bars. Ein

kleiner Pubcrawl sozusagen. Das erste richtige Weggehen. Leute kleiden sich

sehr schick. Hemd scheint für Männer Standard zu sein, so dass ich mich mit

einem T-Shirt underdressed fühlte. Das stylishe Weggehen scheint hier normal zu

sein und man wird nicht gleich in die Snobschublade gepackt, wenn man ein Hemd

anzieht, wie das beispielsweise in Berlin der Fall ist, wie ich dort oftmals

den Eindruck hatte.

 

Davor war ich an der Uni und habe an ein paar

Orientierungskursen teilgenommen, die aber nicht wirklich sonderlich informativ

waren. Das meiste davon, wusste ich vorher schon. Zum Lunch war ich mit anderen

Internationals in einem Irish Pub. Im Scruffy Murphys in der Inner City unweit

meiner Unterkunft. Da gab es ungelogen ein 300 g Beefsteak mit Beilagen für 5

Dollar. Das war dazu noch sehr lecker. Man muss nur wissen, wo man hingeht.

Abends habe ich dann Artischockensuppe gegessen und drei Cocktails getrunken.

Juhu.

 

Zunehmend habe ich das Gefühl, dass die international

Students hier richtig zur Kasse gebeten werden. Wie zuvor erwähnt, hat das eine

Semester an der Uni Sydney einige tausend Dollar gekostet. Da sollte man doch

meinen, dass Internet an der Uni, Sportveranstaltungen, öffentliche

Verkehrsmittel etc. schon enthalten sind oder es doch zumindest Vergünstigungen

gibt. Aber Fehlanzeige. Alles geht extra. Bin wohl noch zu sehr an den

deutschen Sozialstaat gewöhnt. Die Ausstattung an der Uni selbst ist aber

beispielhaft und die Teilnehmeranzahl in den Klassen ist natürlich auch

deutlich geringer als in Deutschland. Was man bei den Preisen aber auch

erwarten kann, wie ich finde. Bleibt abzuwarten wie die Qualität der Kurse ist,

die in der kommenden Woche beginnen werden.