Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 5

Dienstag, 20. Juli (Fortsetzung)

 

Positiv ist definitiv der Standort meiner Bleibe. Ich

befinde mich im Zentrum Sydneys in der Pitt Street, habe es zur Uni und zu

vielen Sehenswürdigkeiten nicht weit.

 

Beim Schreiben überkommt mich

gerade eine große Müdigkeit- Bin nach der langen Reise doch sehr müde jetzt.

Ich werde mich daher für ein paar Stunden aufs Ohr hauen. Danach will ich mich

ein bisschen umschauen gehen. Jetzt bin ich, nachdem ich seit über 30 Stunden

unterwegs bin, einfach zu kaputt – kann mich nicht mehr länger wachhalten.

 

19 Uhr:

Ein sehr ereignisreicher Tag liegt hinter mir, wie in einer

völlig neuen Umgebung wohl nicht anders zu erwarten war. Bin um kurz nach halb

eins am Mittag aufgestanden, um mich zumindest halbwegs an die Zeit zu gewöhnen.

Danach duschen im Etagenbad. Bin optimistisch in naher Zukunft in eine Dusche

zu kommen, die funktioniert. Wohl aber nicht in diesem Etablissement. War auch

gleich in der Uni – dem eigentlichen Grund meines Aufenthaltes hier. Da musste

ich mir natürlich zuerst erstmal einen Überblick über den Campus machen, wo

alle wichtigen Gebäude sind und wo ich an den kommenden Tagen die ganzen

Formalitäten erledigen muss. Die Uni Sydney ist nur drei Bushaltestellen von

meinem Backpacker entfernt. Eins ist mir im Laufe des Tages aufgefallen: Die

Leute sind ausnahmslos nett, aufgeschlossen und hilfsbereit. Den Rest des

Nachmittags habe ich damit verbracht, Sydney zu erkunden – zumindest die Inner

City.

 

Von der Townhall aus bin ich die George Street

runtergelaufen in Richtung Hafen und Oper. Der Linksverkehr hier ist schon sehr

gewöhnungsbedürftig. Ich schaue nämlich nach über 20 Jahren verkehrspolitischer

Sozialisation in Deutschland natürlich immer auf die falsche Seite, wenn ich

die Straßen überquere. Da sollte ich mich schnellstens umgewöhnen, alles andere

ist lebensgefährlich, wie ich am eigenen Leibe heute erfahren habe, als mir ein

Auto fast über den Fuß fuhr.