Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 3

 

Sprachprobleme

 

Und jetzt kommen auch noch die ersten Sprachprobleme auf.

Ein Steward gibt mir Unterlagen, die ich zur Einreise nach Australien ausfüllen

muss. Dabei redet der einen lustigen Slang, den ich beim besten Willen nicht

verstehen kann. Er versucht bereits zum fünften Mal mir zu erklären, dass ich

beim Ausfüllen etwas falsch gemacht habe. Ich kann nur vage ahnen, dass es mit

dem Grund meines Aufenthaltes in Australien zusammenhängt und ich diesen

angeben muss: Ich bin geflogen, weil ich in Sydney für ein Semester studieren

werde – so viel ist klar. Zudem ist es mein Wunsch, mich in einem komplett

neuen Umfeld in einer anderen Sprache zu beweisen und auf mich alleine gestellt

zu sein. Denke, dass man seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit auf diese

Weise sehr gut weiterentwickeln kann. Im Weiteren bin ich gespannt auf die

Perspektive, aus der die Australier die Welt betrachten und wie sich dadurch

auch meine Wahrnehmung beispielweise vom politischen Geschehen ändern wird. Nur

leider sind das alles zu viele Informationen für das kleine Feld. Deshalb

entscheide ich mich ganz einfach „Study abroad“ zu schreiben. Das trifft es

wohl am ehesten. Was mich dabei aber gerade definitiv erschreckt hat, ist die

Tatsache, dass ich einige wahrscheinlich sehr einfache Wörter nachschlagen

musste! Das fängt ja heiter an. Eben alles nicht so einfach. Hoffe nur, dass

mein Englisch schnell besser wird.

 

Langsam fühle ich mich auch nicht mehr ganz so plemplem wie

vorhin und finde zu mir selbst zurück – zumal ich nach vielen Stunden endlich

meine Stimme wieder häufiger höre. Ein sehr nettes neuseeländisches Ehepaar hat

sich erbarmt, mir beim weiteren Ausfüllen des Formulars zu helfen und ich habe

die Gelegenheit gleich zu einem kurzen Plausch genutzt.

 

Mittlerweile ist es kurz vor fünf am Morgen – wir setzen zum

Landeanflug an. Jetzt bin ich doch etwas aufgeregt, hoffentlich geht bei der

Einreise alles reibungslos über die Bühne.