Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 20

 

Uni hatte ich heute nur eine Stunde. Ein Tutorium in International Financial Management. Ich merke, dass dieser Kurs– entgegen den anderen, die ich belegt habe – ein fortgeschrittener ist. Der Kurs baut also auf etwas auf, dass viele Teilnehmer der Veranstaltung in zurückliegenden Semestern bereit gehört haben - nur ich nicht. Das wird in jedem Falle anspruchsvoll und Bücher im Wert von 110 Dollar muss ich auch noch kaufen. Ein weiteres Loch in meinem Budget.

 

Meine finanzielle Lage spannt sich also weiterhin an, auch weil ich sehr viel Geld für die Telefonate ausgebe und meine Prepaidkarte ständig aufladen muss. Notwendig ist es trotzdem, man muss ja mit seinen neu gewonnenen Bekanntschaften in Kontakt bleiben. Deswegen hält das Guthaben meines australischen Prepaidhandys gefühlte zwei Tage. Ein Lichtblick diesbezüglich: Mein zukünftiger Mitbewohner Kyle bzw. dessen Freund Christian aus London waren so nett und haben mir eine 30 Dollar Karte von Optus geschenkt, weil er den Anbieter gewechselt hat und sie dementsprechend nicht mehr braucht. Wahrscheinlich weil es ihm zu teuer war. Mir soll es recht sein: So habe ich immerhin ein bisschen was gespart, wenngleich ich die Gesamtkosten nicht nur die für Telefonie unbedingt reduzieren muss.

 

Dienstag, 3. August

Deprimierend. Einfachdeprimierend. Heute in der Uni. Ich sitze im Tutorial Australian Politics. Mit mir noch sechzehn andere Leute. Bei dem Kurs handelt es sich um einen aus dem „undergraduate programme“, das heißt meine Kommilitonen sind gerade aus der Schule in die Uni gewechselt und im Durchschnitt sagen wir 19 Jahre alt - höchstens. Ich bin fast fünf Jahre älter, fühle mich dementsprechend und dass selbst die Tutorin jünger ist als ich, trägt auch nicht zur Hebung meiner Stimmung bei. Schwer zu ertragen ist, dass ich inhaltlich nicht mal mitgekommen bin, weil mir einige wichtige Vokabeln fehlen. Das kann ja heiter werden!