Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 19

 

Barb wird übrigens meine neue Nachbarin in Newtown sein, da sie nur wenige Blocks entfernt von meiner neuen Bleibe wohnt. Wir verstehen uns gut, auch, weil wir einen gleichen familiären Hintergrund haben. Wir sind beide die ersten in unserer Familie, die an einer

Hochschule studieren und uns dementsprechend durchgekämpft haben. Barb ist ein

echter Hingucker. Sie ist fast 1,75 Meter groß, hat lange blonde Haare und

blaue Augen. Viele Männerblicke sind ihr jedenfalls sicher, das habe ich schon

gemerkt, wenn wir zusammen unterwegs waren.

 

Es ist schon interessant, wie viele verschiedene Leute man hier innerhalb kurzer Zeit kennenlernt. Dann denkt man, mit dem einen oder anderen wird der Kontakt enger und dann verläuft es sich doch wieder im Sand. Habe den Eindruck, dass Beziehungen hier weniger

beständig, um nicht zu sagen oberflächlicher sind, als ich das von zu Hause her

kenne. Liegt wohl in der Natur der Sache bei einem Auslandssemester. Aber bei

Barb denke ich schon, dass das anders ist, zumindest für die Zeit hier.

 

Montag, 2. August

Mit den Bussen ist es hier wie mit den Internetcafés und den Mülleimern. Wenn man mal eins davon braucht, ist keines da. Wenn allerdings viele auf einmal nacheinander kommen, braucht man diese garantiert nicht. Im Prinzip ist es wie mit so vielen Dingen im Leben:

Entweder man hat alles im Überfluss und braucht es nicht, oder man glaubt,

etwas zu brauchen, was partout nicht da oder aufzutreiben ist.

 

Noch eines sollte hier Erwähnung finden. Ich habe zwischen Pitt und George Street ein Einkaufscenter entdeckt, mit einem Food Court, der seinesgleichen sucht. In Deutschland sind diese nicht so verbreitet, wie das hier der Fall ist. Es funktioniert so, dass auf einem

Stockwerk in einem Einkaufszentrum – meistens im Untergeschoss – verschiedene

eigenständige Essensmöglichkeiten zu finden sind, die sich mit günstigen

Angeboten und unglaublich lecker aussehenden Speisen übertreffen; und für jeden

Geschmack ist etwas dabei. Verschiedene asiatische Stände wechseln sich ab mit

Burgerbuden, französischen, polnischen und vegetarischen Spezialitäten. Habe

dort eine Quiche Lorraine mit gemischten Salat gegessen. War sehr lecker und

hat inklusive frisch gepresstem Orangensaft gerade mal umgerechnet fünf Euro

gekostet.