Blog "Coming-out in Newtown, Sydney": Beitrag 10

 

Nach der Uni

 

Weil es mir am ersten Tag so gut gefallen hat, bin ich nach

der Uni noch einmal in das Gebiet um Circular Quay/Opera House/Harbour Bridge

gelaufen, in dessen Anblick ich mich richtig verliebt habe. Ich habe mich bei

Dämmerung in den Außenbereich eines Cafés gesetzt, als mir plötzlich ein

verlockender Kaffeegeruch in die Nase stieg. Ich gönnte

mir also den Espresso und genoss es, das gesamte Umfeld auf mich wirken zu

lassen. Geschäftsleute die aus ihren Büros kommen, Touristen und Einheimische, die zwischen Oper und den Abglegegebäuden der Fähren hin und her pendeln oder einfach auf dem Heimweg in die Außenbezirke der Vier-Millionen-Einwohner-Metropole sind.

 

Diese Ruhepause hatte ich mir nach dem anstrengenden Tag an

der Uni verdient, denn dort konnte ich nämlich viele Dinge erledigen: Zuerst

habe ich mein Dokument zur Enrollment fertiggestellt und die noch fälligen

Gebühren bezahlt. Im Gegenzug dazu habe ich dann

meinen Studentenausweis bekommen. Anschließend habe ich mich für drei

Monate im uni-eigenen Fitnessstudio angemeldet – weitere 110 Dollar. Danach bin

ich auf die Suche nach einer Bank gegangen, da ich für meine finanziellen

Transaktionen hier ja auch ein Konto eröffnen muss. Praktischerweise befindet

sich eine Filiale der Commonwealth Bank direkt auf dem Campus, so dass ich die

ganzen Formalitäten dort an gleicher Stelle erledigen und mein erstes Geld

bereits einzahlen konnte. In der Bank fragte mich eine Angestellte, als sie

meinen Ausweis sah, ob ich ihr einen deutschen Scheck übersetzen könne, der

gerade eingetroffen war. Habe mich dann sehr gefreut, ihr weiterhelfen zu

können, nachdem ich die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen

schon an den letzten Tagen häufig in Anspruch genommen habe.

 

Das Mensa Essen ist hier übrigens auch nicht besser als das

in Deutschland. Ich habe eine undefinierbare, fürchterlich schmeckende Gemüselasagne mit Kartoffeln gegessen, die zudem mit 8,50 Dollar auch noch deutlich teurer war als das leckere Steak des Vortages. In der Uni habe ich mich übrigens für 28 credits – das entspricht eben den besagten vier Kursen – eingeschrieben. Eigentlich müsste ich nur deren 18

absolvieren. Dementsprechend schwelge ich nun in innerer Selbstzufriedenheit

dem Schlaf entgegen.